Lions Nachhaltigkeitspreis

2013

LIONS NH-Preise 2013 / Region OÖ / 11. März 2014

Sonderpreis „Miak Wadang“ (1.000 €) – Dr. Herbert Bronnenmayer

eingereicht vom Lions Club AMBRA Kirchdorf (Präsidentin Brigitte Luwy)

Miak Wadang ist ein südsudanesisches Dorfentwicklungsprojekt. Der Name bedeutet „morgen beginnt unsere Zukunft“. Nach 22 Jahren Bürgerkrieg und dem Friedensabkommen 2005 zwischen dem Nord- und dem, Süd-Sudan sind die Menschen wieder in das total zerstörte Gebiet zurückgekommen und haben begonnen aus dem Nichts wieder Dörfer an den ursprünglichen Plätzen aufzubauen.
Der Süd-Sudan ist ein Land mit sehr vielen Tropenkrankheiten, mit höchster Müttersterblichkeit unter der Geburt und höchsten Kindersterblichkeitsraten. Es fehlt an jeglicher Infrastruktur und das >Land hat noch einen langen Weg vor sich mit Veränderungen einer Bürgerkriegsgesellschaft in eine Zivilgesellschaft.
In einem Pilotdorf mit etwa 600 EW – umgeben von Dörfern mit etwa 5.000 EW – wird ein regionales Konzept entwickelt, das alle Berteiche der erweiterten Gesundheitsbildung umfasst. Hungernde, ungebildete, arme und mangelhaft medizinisch betreute Menschen haben wesentlich geringere Überlebenschancen und sind ständig betroffen von vermeidbaren Erkrankungen.

Miak Wadang hat 5 definierte Arbeitsfelder im Bereich der Gesundheitsbildung:

Landwirtschaft / Nahrungsmittelsicherheit – Bildung / Schule – Erwachsenenbildung – Basisgesundheitsdienst – Mikrowirtschaft / Gründung von Betrieben mittels Mikrokrediten – Kunst ( Kultur.

Ausgezeichnet wird der Verein Miak Wadang Austria, der ehrenamtlich und finanziell dieses Projekt im Süd Sudan unterstützt. Das persönliche Engagement von Frau Veronika Kunze (MG vom LC AMBRA Kirchdorf und Gründungsmitglied des Vereins Miak Wadang Austria) und von Herrn Dr. Herbert Bronnenmayer (Obmann des Vereins Miak Wadang Austria) sei besonders hervorgehoben. Dr. Bronnemmayer war in der Zeit von 1978 – 1983 medizinischer Direktor eines Basisgesundheitsdienstes im Süd-Sudan.
Im Rahmen von 10 Projektaufenthalten wurden immer wieder Ambulanzbetriebe abgehalten, Trainings für Ärzte durchgeführt, Erste Hilfe – Kits für Dörfer und Schulen eingerichtet. Mehrere Kleinbetriebe (Dorfladen – Teehaus – Restaurant – Schneiderei) wurden eingerichtet und der Umgang mit Gütern und Finanzen erlernt.
Jury: Es handelt sich um ein beispielgebendes Kooperationsprojekt zwischen einer regionalen NGO des Süd-Sudan und dem Tropenarzt Dr. Herbert Bronnenmayer.

Die Bewertungskriterien

  • wesentlicher Anteil an ehrenamtlichen Tätigkeiten
    gewisse Dauerhaftigkeit
    positive Effekte für das Verständnis zwischen Generationen und Kulturen

werden umfassend erfüllt.

Ehrenamtliche Nachhilfe in Bad Ischl (1000 €) – Martha Wohinz

eingereicht von Mag. Kurt Eckel

Projektidee einer von Frau Martha Wohinz im Jahr 2011 gestarteten Aktion war die Organisation einer freiwilligen Sprach- und Lesehilfe für Volksschulkinder mit Migrationshintergrund. Der Unterreicht für das Erlernen von sinnerfassenden Lesefähigkeiten sollte kostenlos in den Räumlichkeiten der Helfer stattfinden um auf diese Weise den Kindern auch einen Teil unserer Wohn- und Lebenskultur zu vermitteln.
Frau Wohinz hat 2010 ca. 30 Personen aus ihrem Bekanntenkreis eingeladen Unterstützer für diese Idee zu finden, davon sind 15 Personen zu einem ersten Treffen gekommen und 9 Personen haben sich für eine aktive Teilnahme bereit erklärt. Es erfolgte die Kontaktaufnahme mit den Direktoren der 3 Volksschulen und mit Unterstützung durch das Integrationsbüro in Bad Ischl wurde die Verbindung zu den hilfesuchenden Schülerinnen und Schüler hergestellt.

Der Start der Arbeit mit den Kindern begann im Jänner 2011. Der Unterricht (Lernhilfe) fand an ein bis zwei Tagen pro Woche statt und schon bald wurde klar, dass die mit der Leseschwäche verbundenen Verständnisschwäche Auslöser für viele andere schulischen Probleme war. Besonders stolz ist die Gruppe der Helfer, dass sich bei allen betreuten Kindern ein deutlich merkbarer Erfolg einstellte und dass es gelungen ist, Kindern auch den Sprung ins Gymnasium zu schaffen. Einige Kinder sind dem Volksschulalter bereits entwachsen, werden aber auch noch weiterhin betreut.

Am Projekt beteiligt sind Pensionisten und Hausfrauen mit guter Allgemeinbildung, darunter auch einige ehemalige Lehrerinnen und Lehrer, alle ehrenamtlich. Inzwischen ist die Gruppe der Helfer auf 17 Personen angewachsen und es werden aktuell 20 Kinder betreut, Tendenz steigend.

Dieses Projekt ist ein sehr gelungener Beitrag zur Integration und verbindet Jung und Alt und erfüllt somit die Kernzielsetzung des Lions Nachhaltigkeitspreises.

Sonderpreis "Miak Wadang"


Ehrenamtliche Nachhilfe in Bad Ischl


LIONS NH-Preise 2013 / Region Stmk / 12. März 2014

Unterstützung von Frauen in ihren Neustart  (1000 €) –

Dr. Barbara Lorenz (Präsidentin im Clubjahr 2011-2012)

eingereicht vom Lions Club Graz Panthera (Präsidentin Anita Tscherne 2013-2014)

Armut ist neben Gewalt der zweite wesentliche Grund weiblicher Wohnungslosigkeit. Gekennzeichnet ist diese Situation oft durch geringe Schulbildung, mangelnde Berufsausbildung, nicht vorhandenes oder unterbrochenes Erwerbsleben, Langzeitarbeitslosigkeit, Überschuldung, psychische Probleme und ein fehlendes soziales Netzwerk. Diese Situation verschärft sich umso mehr, wenn diese Frauen auch Verantwortung für Kinder zu tragen haben und Alleinerzieherinnen sind.
Die Leistungen der öffentlichen Hand umfassen primär Wohnversorgung, grundlegende Beratung in persönlichen, finanziellen, medizinischen und rechtlichen Angelegenheiten.
Der LIONS Club Graz Panthera hatte es sich zum Ziel gesteckt, betroffene Frauen und ihren Kindern in ihren Bemühungen um eine eine wirtschaftliche und persönliche Eigenständigkeit und Reintegration in die Gesellschaft zu unterstützen.

  • Materielle Unterstützung beim Bezug neuer Wohnungen (Organisation von Sachspenden – Möbel, Bekleidung, Decken, Geschirr, etc)
  • Unterstützung der beruflichen Ausbildung und Fertigkeiten (Bereitstellung von Nähmaschinen, Stoffen, Wolle und Strick- und Bastelmaterial)
  • Schaffung eines praxisorientierten persönlichkeits- und bewusstseinsstärkenden Angebots für die betroffenen Frauen – von Frau zu Frau (Köperbewusstsein, Kinderpflege, …)
  • Schulungen zum Thema „Zubereitung von gesundem und preiswertem Essen“, beginnend mit dem gemeinsamen Einkauf und gemeinsames Kochen
  • Spielerische Vermittlung kreativer Anregungen für Mütter und Kinder in Form einer Künstlerwerkstatt (z.B. Töpfern)

Das Projekt wurde im Februar 2012 in einem Grazer Frauenwohnheim gestartet, in dem bislang insgesamt 90 Frauen und 50 Kinder betreut wurden. 20% der Frauen hatten ihren Geburtsort nicht in Österreich.

Alle angeführten Leistungen im Rahmen dieses Projektes wurden von den Mitgliedern des Lions Club Graz Panthera persönlich und unentgeltlich erbracht  (Schwerpunkt der Clubaktivitäten der Clubjahre 2011-2012, 2012-2013)

Den Zielsetzungen des LIONS NH-Preises

  • Ehrenamtliche Tätigkeit
  • Dauerhaftigkeit
  • Positive Effekte für das Verständnis zwischen den Generationen und Kulturen

wurde in allen Punkten entsprochen. Wir gratulieren herzlich.

 

Versorgen statt Entsorgen (1.000 €) – Franz Wolfmayr

eingereicht vom LC Gleisdorf (Präs. Ing. Robert Melcher, Sekr. Klaus Hofer)

Im April 2010 wurde in Gleisdorf der LEBI Laden vom Verein Chance B  eröffnet, in dem alle Bürgerinnen und Bürger willkommen sind. LEBI – steht dabei für „Lebensmittel – billiger“, wo neben den Lebensmittel auch Güter des täglichen Bedarfs zu niedrigen Preisen verkauft werden. Die Waren in den Regalen ändert sich von Tag zu Tag, je nachdem was vom regionalen Handel und von Landwirten als Warenspenden übernommen wird, die andernfalls kurze Zeit später als Abfall zu entsorgen gewesen wären.

Darüber hinaus gibt es im LEBI Laden täglich eine frisch gekochte Suppe sowie Kaffee und Kuchen.   Menschen mit geringem Einkommen nutzen diesen Laden zur Grundversorgung . Der Laden ist aber auch ein Ort der offenen Begegnung, die Menschen werden nicht nach ihrem Einkommen befragt, alle können kommen.

Im Laden finden 3 Personen mit Behinderung einen geschützten Dauerarbeitsplatz. Sie erfüllen mit ihrer Arbeit eine wichtige Funktion und können ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten.

Täglich kommen rd. 50 Personen zum Einkaufen. Der Betrag für den durchschnittlichen Einkauf liegt aktuell bei 2,70 €, im Jahr 2010 lag dieser Wert noch bei 3,60 €. Das ist ein zuverlässiger Indikator dafür, über welche finanzielle Ausstattung arme Menschen in Österreich für den täglichen Einkauf verfügen.

Die Stadtgemeinde Gleisdorf, ein gemeinnütziger Träger,12 regionale Lebensmittelhändler und der Lions Club Gleisdorf sowie 13 weitere Sponsoren und Privatpersonen unterstützen dieses Projekt.

Die Zusammenarbeit mit Schulen in Gleisdorf führt dazu, dass diese Thematik auch im Unterricht bearbeitet wird.

Der LEBI Laden Gleisdorf wird ehrenamtlich von Frau Mag. Eva Skergeht-Lopic und von Franz Wolfmayr geführt. Die öffentliche Unterstützungen fließen ausschließlich über Förderungen an die MitarbeiterInnen mit Behinderung.

Die Jury hat sich entschieden, dieses Projekt als vorbildliche Einrichtung mit wesentlichen Komponenten ehrenamtlicher Tätigkeit auszuzeichnen. Es ist vorbildlich gelungen, Einzelpersonen und Unternehmen für die Unterstützung einer sozialen Einrichtung zu gewinnen und dabei Lebensmittel vor dem Verderben fernzuhalten und stattdessen noch einer sinnvollen bestimmungsgemäßen Verwendung zuzuführen.

Hauptpreis: Kinder-Gärtnerei  (2.000 €) – DI Robert Blachfellner

eingereicht vom LC Leoben-Göss (Past-Präs. Manfred König, Vize-Präs. Friedr. Kindelsberger)

Der Initiator des Projektes -DI Robert Blackfellner – beschreibt in den Einreichunterlagen, wie es zu diesem Projekt gekommen ist. Er ist Manager eines großen Industrieunternehmens und berufsbedingt global unterwegs und daher auch oft und längere Zeit von zu Hause fort.

Im Frühjahr 2010 gab es wieder eine lange Tour, beginnend in Chicago, über Melbourne, nach Shanhai und Pune in Indien. Zu Hause der Sohn Adrian und sein Freund Max in der Vorbereitung zur Erstkommunion – und beim Landeanflug auf Mumbai im Gedanken zu Hause bei der Familie.  Auf dem Weg zum Auto – Menschen und darunter auch viele Kinder, die auf der Straße schliefen.

Auslöser für dieses Projekt war ein Besuch im Schutzzentrum für Straßenkinder in Bangalore. Motto dort: „Willst du etwas zum Guten ändern, musst Du mit den Kindern arbeiten“

Idee der KinderGärtnerei ist entstanden. „Wir müssen die uralte Selbstverständlichkeit, dass man selber Gemüse, Kräuter und Obst anbauen kann, für unsere erhalten und an sie weiter geben“.

Ein Lehrgarten entsteht.  Im Mai 2012 wird dazu  der „Verein KinderGärtnerei“ gegründet. Auf einer Fläche von 5.000 m2 für den Gemüse und Kräuteranbau  sowie für einen Beerengarten und eine Streuobstwiese adaptiert.

In der Zeit von März 2012 bis Juni 2013 finden 99 Projekttage im Garten statt. 108 Kinder der VS St. Michael erlernen über das Jahr verteilt unter fachlicher Anleitung von  Kräuterpäda-gogen die biologische Kreislaufwirtschaft im Garten. Vermittelt werden „Essbares auf der Wiese, Anlegen von Beeten, Säen, Pflanzen, Ernten,.

An Samstag-Nachmittagen komme Kinder mit ihren Eltern und Großeltern in den Garten. Auch die Jungschargruppe der Pfarre St.Michael hat ihre eigenen Beete angelegt.

Im Herbst 2013 feiern die Kinder mit einem Gartenfest die zweite Ernte.

Das Erleben im Lehrgarten ermöglicht ganzheitliche Erfahrung

  • Zusammenarbeit der Kinder mit ihren Eltern, Großeltern und Lehrern
  • Erleben von Vielfalt, Klimaschutz und nachhaltig Wirtschaften

 

Erkenntnis:

70 m2 Garten pro Person genügen zur weitgehenden Selbstversorgung mit Gemüse, Obst und Kräutern. Erhaltung der Böden und Bodenschutz werden bewusst gemacht.

Herzliche Gratulation mit dem Hauptpreis 2013 zu diesem ökologisch und pädagogisch gelungenem Projekt, das auch als wesentliche Komponente den Generationendialog  enthält.

Frauen in ihren Neustart


Versorgen statt Entsorgen


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